Woran denkt das Auto von Morgen?

von Christian Ziron — Gepostet in Digitalität am 6. März 2015

Die Kulturzeugnisse die in Form von Karten vorliegen sind deutlich älter als die Überlieferungen unserer Schriftkultur. In Çatalhöyük freigelegte Wandmalereien aus dem Neolithikum, die auf 6200 v. Chr. datiert werden zeigen die Häuser einer Siedlung und den Doppelgipfel eines in Sichtweite gelegenen Vulkans, die Himmelsscheibe von Nebra ist mit einem geschätzten Alter von 3600 – 4000 Jahren die bisher älteste, gefundene konkrete Himmelsdarstellung. Die Vermutung der Forscher geht dahin, den Gebrauch dieser Karten mit religiösen Bräuchen zu verbinden. Nun hat sich die Siedlung von vor 8200 Jahren hin zum Global Village verändert. Der Erdball ist mit einem Netzwerk aus Straßen, Schienen, Wasserwegen und Flugrouten überzogen, deren Vermessung und Kartografierung mit höchster Präzision angegangen wird. Die Marke HERE hat im vergangenen Jahr gut 13 Millionen Lizenzen für in Autos eingebaute Navigationssysteme abgesetzt und ist in diesem Bereich generell mit mehr als 80% Marktanteil vertreten. Was für Herausforderungen an das Kartenmaterial von Morgen gestellt werden, soll im Weiteren angedeutet werden.

Vom Netz zu Nervensystem – die Digitalisierung des Verkehrsnetzes

Mit der Digitalisierung und Automatisierung bestimmter Teilaspekte der alltäglichen Lebenswelt hielt auch der Topos vom „Internet der Dinge“ Einzug in den Sprachgebrauch. Allseits und jederzeit kommunizierende Gadgets und Gebrauchsgegenstände, wie Kühlschränke, Heim- und Straßenbeleuchtung, Smartphones und Wearables sind bereits Alltäglichkeit. Die Weiterentwicklung des Internetprotokolls zu IPV6 und die Aufrüstung der Heim- und Mobilfunknetze hin zu Gigabit DSL/Kabel und LTE/4G – wobei 5G bereits auf die Morgendämmerung wartet – hat die Voraussetzungen für die Aufnahme weiterer noch nicht erschlossener Bereiche weitestgehend geebnet. Kurz und knapp: Die nur theoretisch skizzierte Vernetzung der Dinge von Einst hat es zur Gegenwärtigkeit geschafft. Doch wie sieht es im Mobilitätsbereich mit vier Rädern und dessen Integration ins Netzwerk aus? Die Anforderungen in diesem Bereich sind um einiges höher als bei den oben genannten Produktgruppen. Wer ist denn eigentlich im Falle eines Unfalls haftbar? Der Fahrer? Der sitzt ja eventuell nur passiv in seinem, von der Software autonom verwalteten und gefahrenen Stahlross. Der Softwareentwickler, weil er ja quasi gefahren ist? Das sind Fragen für die Juristen, wir schauen erst mal auf die Visionen die mit dem Auto von Morgen und dessen Einbindung ins Netz der Dinge verbunden sind.

Kartenmaterial HD

Über den ungeheuren Sex-Appeal großer Datenmengen und deren Potential erfährt man im Alltag häufiger im Zusammenhang mit den totalen Zahlen hochgeladener Videos und Bilder, der Anzahl geposteter Status Meldungen und den Befürchtungen der Datenschützer. Big Data als Synonym für die schier unendliche Menge an zu erhebenden und speicherbaren Daten und Konzepte wie Deep Learning um diese auszuwerten, sorgen zumindest für Gesprächsstoff und ermöglichen Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen einen Einblick in Userverhalten, sowie Prognosen über deren nächste Aktivität. Einen signifikanten Anteil der Datenwolke werden in den kommenden Jahren die Informationen aus vernetzten Autos liefern. Bis 2020 soll laut der Unternehmensberatung Gartner jedes 5. Gefährt mit Funktechnologie ausgestattet sein und somit Informationen in Echtzeit empfangen, als auch senden können. Carentertainment Galore! Und noch einiges mehr!

Autonom oder automatisiert fahrende Autos sind technisch betrachtet keine Zukunftsmusik, sondern „nur noch“ regulierungsbedürftige Realität. Wer liefert eigentlich die Orientierungshilfen in Form von Kartenmaterial und Informationen für lokale Zusatzdienste? Die Schweizer? Die Holländer? Nein, die Finnen! HERE heißt die Schmiede für digitale Karten in Hochauflösung. Neben der Sparte für Netzwerktechnik stellt HERE das quasi Softwarestandbein von Nokia dar. Und der Bedarf an Kartenmaterial und darum gruppierte Services ist aus den oben beschriebenen Veränderungen in den Cockpits aller Autohersteller extrem hoch. Im Zuge des offiziellen Launch der HERE App für Android und iOS im Dezember 2014 organisierte die Kommunikationsagentur Ketchum Pleon ein Firmenevent in dessen Rahmen HERE einen Einblick in seine Tätigkeitsfelder lieferte. So konnten wir in entspannter Frühstücksrunde im Berliner Stammsitz von HERE in der Invalidenstraße den Ausblick in die weiteren, unmittelbaren Abschnitte der Entwicklung wagen. Was erwartet uns denn demnächst nach dem Einsteigen in das Auto von morgen?weltkarte

 

Vorausschauendes Fahren per Default

Nicht mehr nur die Planung der Route, der Transport von A nach B selbst wird zunehmend von den zur Verfügung stehenden Sensoren und Informationsmitteln übernommen. Für die hochauflösende Umgebungsaufzeichnung hat HERE das kalifornische Unternehmen earthmine eingekauft. Mit deren 3D Vermessungstechnik erreicht das Kartenmaterial eine Präzision im Zentimeterbereich, womit die folgenden Szenarien zu höchstmöglicher Sicherheit gebracht werden.

Das Auto fährt nach Eingabe der Zielkoordinaten von selbst an den Bestimmungsort, der Fahrer hat die Hände und seine Konzentration frei, um zum Beispiel die vorbeiziehende Landschaft zu betrachten, die Emails und sonstige Kommunikation zu bearbeiten auf die er gestern Abend keine Lust mehr hatte und all das was einem sonst noch so einfällt oder notwendig zu erledigen ist. Im Grunde vom Gefühl her eine Zugfahrt, mit den Annehmlichkeiten eines Privatabteils und das Ganze im eigenen oder gemieteten Auto. Wird ein Tankstopp notwendig meldet sich der Bordcomputer und bietet geeignete Spots in Harmonie zur Route an. Auch wird aus eher passiver Stauumfahrung, aktive Stau- und Unfallvermeidung. Ein liegen gebliebenes Fahrzeug meldet seinen aktuellen Status, plus den dazugehörigen Standort an das Netzwerk, wodurch all die anderen verbundenen Teilnehmer von Ihren Vehikeln eine alternative Route zur Umfahrung erhalten oder falls der Punkt für die alternative Routenplanung bereits überschritten ist wird eine Warnung ausgegeben bzw. automatisiert abgebremst. Die Parkplatzsuche bzw. die Planung mit zur Verfügung stehenden öffentlichen Verkehrsmitteln werden Situationsabhängig beurteilt, im Falle des Umstiegs auf Bus und Bahn übernimmt die synchronisierte App auf Smartphone, Tablet oder Wearable die weiteren Berechnungen.

The bottom line

Was noch alles gehen wird hängt wohl vornehmlich vom Engagement der Entwickler ab. HERE liefert im Grunde ja erst mal nur eine Basis auf der die unterschiedlichsten Dienste dann aufsetzen können. Autohersteller, Logistikunternehmen und viele weitere Geschäftsfelder setzen heute bereits auf den reinen Kartendienst aus dem Hause Nokia. Neben dem Transportwesen gibt es auch für die Werbebranche reife Lösungen, hier dürfte die HERE hauseigene Analysefunktion zur Frequentierung von Werbeflächen nutzbringend, wenn nicht gar unverzichtbar werden. Für mich darf HERE bereits die Alltagsnavigation übernehmen, wobei die mögliche Offlineverfügbarkeit der Karten bisher für mich den größten Anteil zur Steigerung des Wohlfühlfaktors beisteuert. Oops, Moment … jedes Mal wenn ich diesen Car Sharing Dienst benutze, welche Karte führt mich dann eigentlich an mein Ziel?

Für die weitere Entwicklung – Einbindung von Augmented Reality Elementen, die Fenster als ergänzende Abbildungsflächen für den Bordcomputer und natürlich das ultimative Killer Feature: ich rufe das Gefährt über meine Smartwatch herbei, das Auto holt mich an meinem momentanen Standort ab, nachdem es sich vorher selber abgeparkt hat, während ich warte läuft im Hintergrund der einzig wahre Soundtrack für ein vollkommenes Erlebnis automatisierter Fahrherrlichkeit.

Woran denkt das Auto von Morgen?

Digitalität

Alte Wege mit neuen Karten - Von vernetzter Navigation und autonomem Fahren

Die Kulturzeugnisse die in Form von Karten vorliegen sind deutlich älter als die Überlieferungen unserer Schriftkultur. In Çatalhöyük freigelegte Wandmalereien aus dem Neolithikum, die auf 6200 v. Chr. datiert werden zeigen die Häuser einer Siedlung und den Doppelgipfel eines in Sichtweite gelegenen Vulkans, die Himmelsscheibe von Nebra ist mit einem geschätzten Alter von 3600 – 4000 Jahren die bisher älteste, gefundene konkrete Himmelsdarstellung. Die Vermutung der Forscher geht dahin, den Gebrauch dieser Karten mit religiösen Bräuchen zu verbinden. Nun hat sich die Siedlung von vor 8200 Jahren hin zum Global Village verändert. Der Erdball ist mit einem Netzwerk aus Straßen, Schienen, Wasserwegen und Flugrouten überzogen, deren Vermessung und Kartografierung mit höchster Präzision angegangen wird. Die Marke HERE hat im vergangenen Jahr gut 13 Millionen Lizenzen für in Autos eingebaute Navigationssysteme abgesetzt und ist in diesem Bereich generell mit mehr als 80% Marktanteil vertreten. Was für Herausforderungen an das Kartenmaterial von Morgen gestellt werden, soll im Weiteren angedeutet werden.

Vom Netz zu Nervensystem – die Digitalisierung des Verkehrsnetzes

Mit der Digitalisierung und Automatisierung bestimmter Teilaspekte der alltäglichen Lebenswelt hielt auch der Topos vom „Internet der Dinge“ Einzug in den Sprachgebrauch. Allseits und jederzeit kommunizierende Gadgets und Gebrauchsgegenstände, wie Kühlschränke, Heim- und Straßenbeleuchtung, Smartphones und Wearables sind bereits Alltäglichkeit. Die Weiterentwicklung des Internetprotokolls zu IPV6 und die Aufrüstung der Heim- und Mobilfunknetze hin zu Gigabit DSL/Kabel und LTE/4G – wobei 5G bereits auf die Morgendämmerung wartet – hat die Voraussetzungen für die Aufnahme weiterer noch nicht erschlossener Bereiche weitestgehend geebnet. Kurz und knapp: Die nur theoretisch skizzierte Vernetzung der Dinge von Einst hat es zur Gegenwärtigkeit geschafft. Doch wie sieht es im Mobilitätsbereich mit vier Rädern und dessen Integration ins Netzwerk aus? Die Anforderungen in diesem Bereich sind um einiges höher als bei den oben genannten Produktgruppen. Wer ist denn eigentlich im Falle eines Unfalls haftbar? Der Fahrer? Der sitzt ja eventuell nur passiv in seinem, von der Software autonom verwalteten und gefahrenen Stahlross. Der Softwareentwickler, weil er ja quasi gefahren ist? Das sind Fragen für die Juristen, wir schauen erst mal auf die Visionen die mit dem Auto von Morgen und dessen Einbindung ins Netz der Dinge verbunden sind.

Kartenmaterial HD

Über den ungeheuren Sex-Appeal großer Datenmengen und deren Potential erfährt man im Alltag häufiger im Zusammenhang mit den totalen Zahlen hochgeladener Videos und Bilder, der Anzahl geposteter Status Meldungen und den Befürchtungen der Datenschützer. Big Data als Synonym für die schier unendliche Menge an zu erhebenden und speicherbaren Daten und Konzepte wie Deep Learning um diese auszuwerten, sorgen zumindest für Gesprächsstoff und ermöglichen Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen einen Einblick in Userverhalten, sowie Prognosen über deren nächste Aktivität. Einen signifikanten Anteil der Datenwolke werden in den kommenden Jahren die Informationen aus vernetzten Autos liefern. Bis 2020 soll laut der Unternehmensberatung Gartner jedes 5. Gefährt mit Funktechnologie ausgestattet sein und somit Informationen in Echtzeit empfangen, als auch senden können. Carentertainment Galore! Und noch einiges mehr!

Autonom oder automatisiert fahrende Autos sind technisch betrachtet keine Zukunftsmusik, sondern „nur noch“ regulierungsbedürftige Realität. Wer liefert eigentlich die Orientierungshilfen in Form von Kartenmaterial und Informationen für lokale Zusatzdienste? Die Schweizer? Die Holländer? Nein, die Finnen! HERE heißt die Schmiede für digitale Karten in Hochauflösung. Neben der Sparte für Netzwerktechnik stellt HERE das quasi Softwarestandbein von Nokia dar. Und der Bedarf an Kartenmaterial und darum gruppierte Services ist aus den oben beschriebenen Veränderungen in den Cockpits aller Autohersteller extrem hoch. Im Zuge des offiziellen Launch der HERE App für Android und iOS im Dezember 2014 organisierte die Kommunikationsagentur Ketchum Pleon ein Firmenevent in dessen Rahmen HERE einen Einblick in seine Tätigkeitsfelder lieferte. So konnten wir in entspannter Frühstücksrunde im Berliner Stammsitz von HERE in der Invalidenstraße den Ausblick in die weiteren, unmittelbaren Abschnitte der Entwicklung wagen. Was erwartet uns denn demnächst nach dem Einsteigen in das Auto von morgen?weltkarte

 

Vorausschauendes Fahren per Default

Nicht mehr nur die Planung der Route, der Transport von A nach B selbst wird zunehmend von den zur Verfügung stehenden Sensoren und Informationsmitteln übernommen. Für die hochauflösende Umgebungsaufzeichnung hat HERE das kalifornische Unternehmen earthmine eingekauft. Mit deren 3D Vermessungstechnik erreicht das Kartenmaterial eine Präzision im Zentimeterbereich, womit die folgenden Szenarien zu höchstmöglicher Sicherheit gebracht werden.

Das Auto fährt nach Eingabe der Zielkoordinaten von selbst an den Bestimmungsort, der Fahrer hat die Hände und seine Konzentration frei, um zum Beispiel die vorbeiziehende Landschaft zu betrachten, die Emails und sonstige Kommunikation zu bearbeiten auf die er gestern Abend keine Lust mehr hatte und all das was einem sonst noch so einfällt oder notwendig zu erledigen ist. Im Grunde vom Gefühl her eine Zugfahrt, mit den Annehmlichkeiten eines Privatabteils und das Ganze im eigenen oder gemieteten Auto. Wird ein Tankstopp notwendig meldet sich der Bordcomputer und bietet geeignete Spots in Harmonie zur Route an. Auch wird aus eher passiver Stauumfahrung, aktive Stau- und Unfallvermeidung. Ein liegen gebliebenes Fahrzeug meldet seinen aktuellen Status, plus den dazugehörigen Standort an das Netzwerk, wodurch all die anderen verbundenen Teilnehmer von Ihren Vehikeln eine alternative Route zur Umfahrung erhalten oder falls der Punkt für die alternative Routenplanung bereits überschritten ist wird eine Warnung ausgegeben bzw. automatisiert abgebremst. Die Parkplatzsuche bzw. die Planung mit zur Verfügung stehenden öffentlichen Verkehrsmitteln werden Situationsabhängig beurteilt, im Falle des Umstiegs auf Bus und Bahn übernimmt die synchronisierte App auf Smartphone, Tablet oder Wearable die weiteren Berechnungen.

The bottom line

Was noch alles gehen wird hängt wohl vornehmlich vom Engagement der Entwickler ab. HERE liefert im Grunde ja erst mal nur eine Basis auf der die unterschiedlichsten Dienste dann aufsetzen können. Autohersteller, Logistikunternehmen und viele weitere Geschäftsfelder setzen heute bereits auf den reinen Kartendienst aus dem Hause Nokia. Neben dem Transportwesen gibt es auch für die Werbebranche reife Lösungen, hier dürfte die HERE hauseigene Analysefunktion zur Frequentierung von Werbeflächen nutzbringend, wenn nicht gar unverzichtbar werden. Für mich darf HERE bereits die Alltagsnavigation übernehmen, wobei die mögliche Offlineverfügbarkeit der Karten bisher für mich den größten Anteil zur Steigerung des Wohlfühlfaktors beisteuert. Oops, Moment … jedes Mal wenn ich diesen Car Sharing Dienst benutze, welche Karte führt mich dann eigentlich an mein Ziel?

Für die weitere Entwicklung – Einbindung von Augmented Reality Elementen, die Fenster als ergänzende Abbildungsflächen für den Bordcomputer und natürlich das ultimative Killer Feature: ich rufe das Gefährt über meine Smartwatch herbei, das Auto holt mich an meinem momentanen Standort ab, nachdem es sich vorher selber abgeparkt hat, während ich warte läuft im Hintergrund der einzig wahre Soundtrack für ein vollkommenes Erlebnis automatisierter Fahrherrlichkeit.

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Mit dem einen Bein fest in der Digitalität, das andere im Fahrwasser des Analogen. Bodydouble der Grinsekatze in den Alice im Wunderland Filmen. Überzeugt, dass Gadgets den Menschen nicht besser machen, trotzdem deren Unterhaltungsfaktor nicht unterschätzt. Zum Frühstück mal kross mit Schokocroissant und Kaffee, mal knackig mit Rote Beete Bagel und Mango Lassi. Googled wie ein Boss. Lieblingsyoutubekanal. Lieblingsplatte. Und ganz viele Pandas

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