BiOPHiLiA

von Christian Ziron — Gepostet in Mobile am 19. April 2017

Ich weiß nicht mehr wann es war oder welches Stück (vielleicht dieses Video hier) bzw. Album mich mit der isländischen Ausnahmeerscheinung Björk in Kontakt brachte, die Faszination ist über die Jahre geblieben. Mal Ferner, mal Näher wusste die mit vollständigem Namen Björk Guðmundsdóttir Heißende immer wieder die Sinne und zwar vollständig zu verzaubern. Das elfenhafte Äußere und die in Klangcollagen gegossene, von schier unendlicher Energie und Kreativität beflügelte Innerlichkeit haben wohl nicht nur beim Autor dieses Artikels bleibende Begeisterung entfacht, widmete sich dem Phänomen Björk doch unlängst eine Ausstellung im Museum of Modern Art (kurz MoMa).

Your App is a one in a million

Durchschnittlich 27 Apps haben Smartphone Nutzer auf Ihren Lieblingsmobilbegleitern installiert, von denen dann die Top 5 zu 85% die Gesamtnutzungsdauer aller Apps bestimmt. Whatsapp, Facebook, google Maps und Instagram dominieren vor allen anderen. Doch es gibt unter den Millionen (oder sind es gar bereits Milliarden?!?!?) Anwendungen für Smartphones und Tablets bisher nur eine einzige die es in die Dauerausstellung des MoMa in New York geschafft hat. Bei der App handelt es sich um die Verschränkung von Musikalbum, mit interaktiven Grafiken und Animationen. Beim Öffnen der App wird eine Galaxie geöffnet in der die insgesamt 10 Songs als leuchtende, bunte Sterne angezeigt werden. Wählt man einen der Sterne/Songs aus öffnet sich eine Mini-Anwendung in der man den Song einfach anhören kann, aber auch die Möglichkeit erhält zur Veränderung der Liedstruktur beizutragen und so einen quasi Remix zu kreieren. Die einzelnen Sounds werden über Grafiken und Animationen gesteuert bzw. manipuliert. So kann man beim Song „Solstice“ Planeten, die um einen Stern herum gruppiert sind, in unterschiedliche Konstellationen zueinander verschieben. Jeder Planet ist durch eine simple, in verschiedenen Farben dargestellte Linie mit dem Stern verbunden, wobei durch die Verschiebung des jeweiligen Planeten entlang der Achse die Tonhöhe, die Abspielgeschwindigkeit oder beides zusammen geändert werden kann. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden kann der entstandene Track aufgenommen und abgespeichert werden. Beim Song „Virus“ der im Wesentlichen die Beziehung Björks zu einem selbst erlebten Virusbefall beschreibt, wird die romantische Seite der Beziehung zwischen Virus und Zelle als Liebesgeschichte erzählt. Der Virus liebt die Zelle so sehr das er Sie zerstört. Über die Steuerung weiterer Zellen kann der Spieler (Zuhörer?) die Zelle vor dem Virenbefall schützen, indem er die Viren einfach von der befallenen Zelle abklopft. Solange das geschieht hält aber auch der Song in einem Loop inne, erst wenn die Zelle infiziert wird läuft das Lied zum Ende durch. Viel zu entdecken also und als Konzept genau das was man von Avantgarde-Pop als Gesamtkunstwerk erwarten sollte.

Wieso? Weshalb? Warum? Wer nicht spielt bleibt dumm …

Biophilia bedeutet in psychologischer Perspektive vertreten durch Erich Fromm so viel wie „Liebe zum Lebendigen“ und in der evolutionsbiologischen Theorie von Edward O. Wilson wird Sie beschrieben als „eine Affinität von Menschen zu den vielen Formen des Lebens und zu den Habitaten und Ökosystemen“, Aussagen und Erkenntnisse die ebenso maßgeschneidert auf das Werk Biophilia passen wie die Instrumente die für die klangliche Ausgestaltung gebaut wurden. Zum Releasekonzert im Sommer 2011 wurden dann auch die speziell angefertigte, digital gesteuerte Orgel und ein 9m hohes Pendel präsentiert. Das Pendel erzeugte aus der einwirkenden Gravitationskraft der Erde einige Soundflächen für das Album. Abschließender Tip: downloaden und ausprobieren! Ah ja, einer noch … das Erste Virtual Reality 360 Grad Musik Video zum Track „Stonemilker“ von Björk Album „Vulnicura“. Einfach mal die youtube App auf einem der mobilen Begleiter öffnen und im Raum damit herum bewegen. Das Gesamtkunstwerk „Björk“ nimmt derweilen weiter Fahrt auf.

BiOPHiLiA

Mobile

Vom Musikalbum als App zum Kunstwerk - einfach Björk

Ich weiß nicht mehr wann es war oder welches Stück (vielleicht dieses Video hier) bzw. Album mich mit der isländischen Ausnahmeerscheinung Björk in Kontakt brachte, die Faszination ist über die Jahre geblieben. Mal Ferner, mal Näher wusste die mit vollständigem Namen Björk Guðmundsdóttir Heißende immer wieder die Sinne und zwar vollständig zu verzaubern. Das elfenhafte Äußere und die in Klangcollagen gegossene, von schier unendlicher Energie und Kreativität beflügelte Innerlichkeit haben wohl nicht nur beim Autor dieses Artikels bleibende Begeisterung entfacht, widmete sich dem Phänomen Björk doch unlängst eine Ausstellung im Museum of Modern Art (kurz MoMa).

Your App is a one in a million

Durchschnittlich 27 Apps haben Smartphone Nutzer auf Ihren Lieblingsmobilbegleitern installiert, von denen dann die Top 5 zu 85% die Gesamtnutzungsdauer aller Apps bestimmt. Whatsapp, Facebook, google Maps und Instagram dominieren vor allen anderen. Doch es gibt unter den Millionen (oder sind es gar bereits Milliarden?!?!?) Anwendungen für Smartphones und Tablets bisher nur eine einzige die es in die Dauerausstellung des MoMa in New York geschafft hat. Bei der App handelt es sich um die Verschränkung von Musikalbum, mit interaktiven Grafiken und Animationen. Beim Öffnen der App wird eine Galaxie geöffnet in der die insgesamt 10 Songs als leuchtende, bunte Sterne angezeigt werden. Wählt man einen der Sterne/Songs aus öffnet sich eine Mini-Anwendung in der man den Song einfach anhören kann, aber auch die Möglichkeit erhält zur Veränderung der Liedstruktur beizutragen und so einen quasi Remix zu kreieren. Die einzelnen Sounds werden über Grafiken und Animationen gesteuert bzw. manipuliert. So kann man beim Song „Solstice“ Planeten, die um einen Stern herum gruppiert sind, in unterschiedliche Konstellationen zueinander verschieben. Jeder Planet ist durch eine simple, in verschiedenen Farben dargestellte Linie mit dem Stern verbunden, wobei durch die Verschiebung des jeweiligen Planeten entlang der Achse die Tonhöhe, die Abspielgeschwindigkeit oder beides zusammen geändert werden kann. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden kann der entstandene Track aufgenommen und abgespeichert werden. Beim Song „Virus“ der im Wesentlichen die Beziehung Björks zu einem selbst erlebten Virusbefall beschreibt, wird die romantische Seite der Beziehung zwischen Virus und Zelle als Liebesgeschichte erzählt. Der Virus liebt die Zelle so sehr das er Sie zerstört. Über die Steuerung weiterer Zellen kann der Spieler (Zuhörer?) die Zelle vor dem Virenbefall schützen, indem er die Viren einfach von der befallenen Zelle abklopft. Solange das geschieht hält aber auch der Song in einem Loop inne, erst wenn die Zelle infiziert wird läuft das Lied zum Ende durch. Viel zu entdecken also und als Konzept genau das was man von Avantgarde-Pop als Gesamtkunstwerk erwarten sollte.

Wieso? Weshalb? Warum? Wer nicht spielt bleibt dumm …

Biophilia bedeutet in psychologischer Perspektive vertreten durch Erich Fromm so viel wie „Liebe zum Lebendigen“ und in der evolutionsbiologischen Theorie von Edward O. Wilson wird Sie beschrieben als „eine Affinität von Menschen zu den vielen Formen des Lebens und zu den Habitaten und Ökosystemen“, Aussagen und Erkenntnisse die ebenso maßgeschneidert auf das Werk Biophilia passen wie die Instrumente die für die klangliche Ausgestaltung gebaut wurden. Zum Releasekonzert im Sommer 2011 wurden dann auch die speziell angefertigte, digital gesteuerte Orgel und ein 9m hohes Pendel präsentiert. Das Pendel erzeugte aus der einwirkenden Gravitationskraft der Erde einige Soundflächen für das Album. Abschließender Tip: downloaden und ausprobieren! Ah ja, einer noch … das Erste Virtual Reality 360 Grad Musik Video zum Track „Stonemilker“ von Björk Album „Vulnicura“. Einfach mal die youtube App auf einem der mobilen Begleiter öffnen und im Raum damit herum bewegen. Das Gesamtkunstwerk „Björk“ nimmt derweilen weiter Fahrt auf.

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Mit dem einen Bein fest in der Digitalität, das andere im Fahrwasser des Analogen. Bodydouble der Grinsekatze in den Alice im Wunderland Filmen. Überzeugt, dass Gadgets den Menschen nicht besser machen, trotzdem deren Unterhaltungsfaktor nicht unterschätzt. Zum Frühstück mal kross mit Schokocroissant und Kaffee, mal knackig mit Rote Beete Bagel und Mango Lassi. Googled wie ein Boss. Lieblingsyoutubekanal. Lieblingsplatte. Und ganz viele Pandas

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