Content im Zeitalter der Kostenlosigkeit

von Rolf Diederich — Gepostet in Digitalität am 29. Mai 2015

Alles für umme

Für Dienste im Internet Geld bezahlen? Für viele von uns stellt die Abbuchung der monatlichen Kosten für die Internet-Flat die letzte Zahlungsschranke dar. In Zeiten des World Wide Web haben wir uns bereits rundum an kostenfreie Angebote gewöhnt und beziehen tagtäglich Angebote unterschiedlichster Art. Der Umsatz all derjenigen Anbieter, die keinen reinen Online-Shop betreiben, generiert sich dabei in der Regel lediglich durch das Schalten von Werbung, den Verkauf von Nutzerdaten, Merchandise und in seltenen Fällen durch Spenden von Nutzern.

Kostenfreie Modelle wirken verständlicherweise auf die Masse der Endnutzer deutlich attraktiver, nicht zuletzt da das Hinterlegen von Zahlungsdaten eine große Hemmschwelle darstellt. Viele Anbieter haben sich dieses Phänomen zunutze gemacht und den Großteil ihrer Inhalte gratis zur Verfügung gestellt, während man mit einigen kostenpflichtigen Sonderleistungen das Portemonnaie des harten Kerns bemühen möchte.

Für kostenlose Videos zahlen

Anfang diesen Jahres startete Vessel als eine kostenpflichtige Videoplattform mit einem gewagten Konzept: Nutzer zahlen 2,99$ pro Monat, um bis zu drei Tage im Voraus Zugriff auf die Videos ihrer Lieblingschannel zu erhalten, noch bevor diese letztlich frei zugänglich auf anderen Seiten erscheinen. Videoproduzenten, die sich z.B. schon auf YouTube erfolgreich etabliert haben, können mit Vessel eine Partnerschaft eingehen und infolgedessen von 60% der Nutzungsgebühren profitieren. Darüber hinaus sollen ihnen auch noch 70% der Werbeeinnahmen zukommen. YouTube tritt zum Vergleich nur 55% ab.

Visuell macht Vessel einen ansprechenden Eindruck und schon bald fällt auf, dass man mit dem simplen Layout in Hinblick auf die Darstellung mit mobilen Geräten vorausgeplant hat. Der Hintergrund ist von Natur aus schwarz, eine Eigenschaft, die man auf einigen anderen Plattformen nur im Rahmen eines „Cinema Mode“ genießen kann und die von vielen Videokonsumenten als angenehm empfunden wird. Darüber hinaus wird beim Aufrufen eines neuen Videos die aktuelle Seite sanft ausgeblendet, sodass der Übergang beinahe flussartig erscheint.

Die Ansicht und Bedienung der Videos wird auf Vessel nicht revolutioniert und die Tasten befinden sich an den gewohnten Plätzen. Für viele wird der „10 Sekunden zurückspringen“-Button sicherlich eine interessante Neuerung darstellen, um soeben Gesehenes noch einmal erleben zu können. Die Navigation auf Vessel ist zunächst etwas ungewohnt, sollte für den durchschnittlich geübten Internetnutzer jedoch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase keine größeren Probleme darstellen. Im Hinblick auf die Usability setzt die junge Videoplattform also insgesamt eine gute Grundlage.

vessel, mobile, screenwars

Kann Vessel halten was Mobile verspricht?

Die Zukunft der Online-Videos

Vessel hat und wird das Online-Video an sich nicht neu erfinden. Entscheidend ist jedoch, dass hier ein neues attraktives Modell zur Entlohnung für Videoproduzenten vorliegt, das sich vom dominierenden Marktführer YouTube absetzen kann. Während viele sicherlich nur sehr zögerlich ein kostenpflichtiges Abonnement für nur einen einzelnen Kanal abschließen werden, klingt das Angebot einer Gebühr, die den Zugang zu einer großen Bandbreite von Serien ermöglicht, deutlich verlockender.

Durch die Beteiligung an Werbeeinnahmen konnten Youtuber die Qualität ihrer Videos in den letzten Jahren deutlich steigern und mittlerweile selbst mit einigen Fernsehformaten mithalten. Das nun von Vessel versprochene, noch größere Stück vom Kuchen könnte einen weiteren Schub bedeuten, um dem klassischen Medium noch größere Konkurrenz zu bereiten.

Unklar ist noch, wie viele Nutzer sich langfristig für ein kostenpflichtiges Abonnement entscheiden werden. In-App-Käufe haben inzwischen eindrucksvoll bewiesen, wie viel Umsatz sich mit eigentlich kostenlosen Angeboten generieren lässt. Wie viel Geld werden also am Ende drei Tage weniger warten wert sein?

https://www.vessel.com/

Content im Zeitalter der Kostenlosigkeit

Digitalität

Vessel – Wer zahlt im Zeitalter der Kostenlosigkeit?

Alles für umme

Für Dienste im Internet Geld bezahlen? Für viele von uns stellt die Abbuchung der monatlichen Kosten für die Internet-Flat die letzte Zahlungsschranke dar. In Zeiten des World Wide Web haben wir uns bereits rundum an kostenfreie Angebote gewöhnt und beziehen tagtäglich Angebote unterschiedlichster Art. Der Umsatz all derjenigen Anbieter, die keinen reinen Online-Shop betreiben, generiert sich dabei in der Regel lediglich durch das Schalten von Werbung, den Verkauf von Nutzerdaten, Merchandise und in seltenen Fällen durch Spenden von Nutzern.

Kostenfreie Modelle wirken verständlicherweise auf die Masse der Endnutzer deutlich attraktiver, nicht zuletzt da das Hinterlegen von Zahlungsdaten eine große Hemmschwelle darstellt. Viele Anbieter haben sich dieses Phänomen zunutze gemacht und den Großteil ihrer Inhalte gratis zur Verfügung gestellt, während man mit einigen kostenpflichtigen Sonderleistungen das Portemonnaie des harten Kerns bemühen möchte.

Für kostenlose Videos zahlen

Anfang diesen Jahres startete Vessel als eine kostenpflichtige Videoplattform mit einem gewagten Konzept: Nutzer zahlen 2,99$ pro Monat, um bis zu drei Tage im Voraus Zugriff auf die Videos ihrer Lieblingschannel zu erhalten, noch bevor diese letztlich frei zugänglich auf anderen Seiten erscheinen. Videoproduzenten, die sich z.B. schon auf YouTube erfolgreich etabliert haben, können mit Vessel eine Partnerschaft eingehen und infolgedessen von 60% der Nutzungsgebühren profitieren. Darüber hinaus sollen ihnen auch noch 70% der Werbeeinnahmen zukommen. YouTube tritt zum Vergleich nur 55% ab.

Visuell macht Vessel einen ansprechenden Eindruck und schon bald fällt auf, dass man mit dem simplen Layout in Hinblick auf die Darstellung mit mobilen Geräten vorausgeplant hat. Der Hintergrund ist von Natur aus schwarz, eine Eigenschaft, die man auf einigen anderen Plattformen nur im Rahmen eines „Cinema Mode“ genießen kann und die von vielen Videokonsumenten als angenehm empfunden wird. Darüber hinaus wird beim Aufrufen eines neuen Videos die aktuelle Seite sanft ausgeblendet, sodass der Übergang beinahe flussartig erscheint.

Die Ansicht und Bedienung der Videos wird auf Vessel nicht revolutioniert und die Tasten befinden sich an den gewohnten Plätzen. Für viele wird der „10 Sekunden zurückspringen“-Button sicherlich eine interessante Neuerung darstellen, um soeben Gesehenes noch einmal erleben zu können. Die Navigation auf Vessel ist zunächst etwas ungewohnt, sollte für den durchschnittlich geübten Internetnutzer jedoch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase keine größeren Probleme darstellen. Im Hinblick auf die Usability setzt die junge Videoplattform also insgesamt eine gute Grundlage.

vessel, mobile, screenwars

Kann Vessel halten was Mobile verspricht?

Die Zukunft der Online-Videos

Vessel hat und wird das Online-Video an sich nicht neu erfinden. Entscheidend ist jedoch, dass hier ein neues attraktives Modell zur Entlohnung für Videoproduzenten vorliegt, das sich vom dominierenden Marktführer YouTube absetzen kann. Während viele sicherlich nur sehr zögerlich ein kostenpflichtiges Abonnement für nur einen einzelnen Kanal abschließen werden, klingt das Angebot einer Gebühr, die den Zugang zu einer großen Bandbreite von Serien ermöglicht, deutlich verlockender.

Durch die Beteiligung an Werbeeinnahmen konnten Youtuber die Qualität ihrer Videos in den letzten Jahren deutlich steigern und mittlerweile selbst mit einigen Fernsehformaten mithalten. Das nun von Vessel versprochene, noch größere Stück vom Kuchen könnte einen weiteren Schub bedeuten, um dem klassischen Medium noch größere Konkurrenz zu bereiten.

Unklar ist noch, wie viele Nutzer sich langfristig für ein kostenpflichtiges Abonnement entscheiden werden. In-App-Käufe haben inzwischen eindrucksvoll bewiesen, wie viel Umsatz sich mit eigentlich kostenlosen Angeboten generieren lässt. Wie viel Geld werden also am Ende drei Tage weniger warten wert sein?

https://www.vessel.com/

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Wenn die morgendliche Müdigkeit dank des Schlürfens einer Mate überwunden wurde, vermag er es dank seines Psychologie-Studiums für fast jedes Problem der Kunden eine Lösung zu finden. Zwischendurch gilt es, in Sachen Pop-Culture auf dem Laufenden zu bleiben, dem Spott (oder Neid) gegen den Lieblingsverein zu trotzen und dann frei nach dem Motto „ist das Kunst oder kann das weg?“ im Blog den aktuellen Entwicklungen der neuen Medien hinsichtlich ihrer Tauglichkeit argwöhnisch auf den Zahn zu fühlen. Abends folgen auf die harten Worte des täglichen Trash-Talks auch Taten, indem die Kollegen bei einer Runde Fifa genüsslich in ihre Schranken verwiesen werden.

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