iBeacon – neue Wege im Unterricht?

von Patrick Brehmer — Gepostet in Digitalität am 7. April 2014

Im schulischen Alltag gibt es immer wieder zeitaufwendige Prozesse, welche dazu führen, dass wichtige Unterrichtszeit verloren geht. Dazu zählt beispielsweise die Kontrolle der Anwesenheit zu Beginn einer Unterrichtsstunde.

Diese Abläufe könnten jedoch mit Hilfe einer neuen Technologie optimiert werden. Es handelt sich dabei um die von Apple Inc. im Jahr 2013 eingeführte iBeacon (Beacon leitet sich vom englischen Begriff „Leuchtfeuer“ ab) Technik. Sie basiert auf der Funktechnik „Bluetooth Low Energy“ (BLE), welche eine Vernetzung von Geräten bei geringem Stromverbrauch ermöglicht. Unterstützt wird das Verfahren von iOS 7 und Android ab Version 4.3. Bei diesem Sender-Empfänger-Prinzip werden ein oder mehrere Sender (Beacons) im Raum als Signalgeber platziert. Diese senden in festen Zeitintervallen Signale aus. Befindet sich ein Empfänger (z.B. Smartphone oder Tablet) in Reichweite eines Senders kann z.B. seine Anwesenheit überprüft werden. Sind mehrere Beacons vorhanden, kann sogar die Position des Empfängers im Raum berechnet werden. In geschlossenen Räumen erreicht man somit eine höhere Genauigkeit als bei der GPS-Ortung. Die Reichweite der Technologie beträgt ca. 30 Meter. Über die Signalstärke ist eine Abstandsmessung möglich. Dabei erfolgt eine Einteilung in 4 Kategorien: Unknown (unbekannt), Immediate (bis 50 cm), Near (bis 2 m), Far (bis 30 m). In der Regel erfolgt kein bidirektionaler Datenaustausch zwischen Sender und Empfänger, wodurch keine persönlichen Daten gespeichert werden. Die Beacons senden lediglich permanent drei verschiedene Identifikationsnummern: die UUID (Universally Unique Identifier; z.B. die Schulkennung), „major“ (z.B. eine bestimmte Schule) und „minor“ (z.B. ein bestimmter Raum in der Schule). Um die Kennungen auswerten zu können, benötigt jedes Gerät eine entsprechende App. Die Apps unterscheiden sich je nach Anwendungsbereich. Neben der Schule könnte diese Technologie auch im Einzelhandel (Einblendung von Produktinformationen oder Sonderangeboten an Verkaufsstellen, gezielte Leitung durch die Geschäfte) oder in öffentlichen Einrichtungen, wie Museen, Ämter und Stadien (Lenkung der Besucherströme, z.B. in der MLB) zum Einsatz kommen.

Was kann die App „BeHere“ im Schulalltag leisten?

Mittels der App BeHere der US-Entwickler „Beelieve“ kann die Lehrkraft die Anwesenheit kontrollieren. Das Gerät der Lehrkraft wird durch die App zu einem Beacon. Die Geräte der SchülerInnen identifizieren sich anschließend gegenüber dem Sender. Voraussetzungen sind die Installation der App auf jedem Gerät und die Genehmigung der Zugriffsrechte, die Verbindung zu einem WLAN-Netz (für den Datenaustausch), die Aktivierung von Bluetooth und das Vorhandsein eines iPhones oder iPads. Hier besteht ein Problem der Technologie. Zwar geht der Trend bei jungen Menschen immer mehr Richtung Smartphone und Tablet, jedoch wird sich auch in naher Zukunft nicht jede Familie ein Gerät für jedes Kind leisten können. Somit ist die Anwendung dieses Verfahrens nur in Klassen möglich, in denen der Großteil der SchülerInnen ein solches besitzt. Zusätzlich benötigt jede Schule ein WLAN-Netz, in das sich alle Beteiligten einloggen können.

Des Weiteren können die SchülerInnen bei einzelnen Aufgaben Hilfe per Knopfdruck anfordern ohne die Lehrkraft direkt ansprechen zu müssen. Diese erhält eine Nachricht, welches Gerät bzw. welche Person eine Hilfestellung benötigt. Haben mehrere SchülerInnen gleichzeitig eine Frage wird eine entsprechende Warteliste erstellt. Dies könnte auch schüchterne SchülerInnen dazu anregen eigene Fragen zu klären und diese nicht ungelöst zu lassen. Man sollte jedoch nicht bei jeder Gelegenheit auf die neue Technologie zurückgreifen, da sonst angeregte Diskussionen zu bestimmten Themen nur noch selten geführt werden.

Beac Man

Welche Möglichkeiten könnten zukünftig realisiert werden?

Ein Datenaustausch ist im Unterricht eine sinnvolle Option. Die Lehrkraft kann Aufgabenblätter an die Geräte übermitteln und die SchülerInnen können mit der Bearbeitung beginnen. Dies bietet einen großen Vorteil. Innerhalb einer Klasse werden die Aufgaben unterschiedlich schnell bearbeitet. Somit können schnelle SchülerInnen weitere Aufgaben per Knopfdruck anfordern und langsamere werden nicht zusätzlich unter Druck bei der Bearbeitung gesetzt. Des Weiteren steht dem Lehrer mehr Zeit zur Verfügung auf die Bedürfnisse der einzelnen SchülerInnen einzugehen. So kann eine gezielte Förderung von eventuell vorhandenen Lernschwächen erreicht werden.

Die Schulleitung kann täglich wichtige Informationen bereitstellen. Somit können die SchülerInnen beim betreten der Schule auf die Vertretungspläne zugreifen oder generelle Informationen abrufen. Der Gang zum „schwarzen Brett“, ob real oder digital, entfällt somit. Falls es eine Raumänderung gibt, können die betroffenen SchülerInnen ebenfalls über die Beacons informiert und gleichzeitig zum entsprechenden Raum geführt werden. Für neue SchülerInnen verbessert sich somit die Orientierung in den Schulen.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass diese neue Technologie aus meiner Sicht viele innovative und prozess-vereinfachende Möglichkeiten im Schulalltag bietet. Jedoch bleibt abzuwarten wie die Umsetzung der Vorstellungen den realen Möglichkeiten an den einzelnen Schulen und in den einzelnen Klassen entspricht. Man sollte hier auch auf die entsprechenden Datenschutzrichtlinien achten, da die Speicherung von persönlichen Daten zu Problemen führen könnte. Da die App „BeHere“ von US-Entwicklern stammt, könnte dies weitere Fragen bezüglich der Datensicherheit aufwerfen, wenn man bedenkt, welche Tatsachen in den letzten Monaten ans Licht gekommen sind. Die Eltern der betroffenen Klassen sollten daher vorher ausführlich informiert werden und selbst entscheiden dürfen, ob Sie einer solchen Technologie im Unterricht nicht, teilweise oder voll zustimmen. Dadurch kann man im Vorfeld mögliche Probleme vorbeugen.

Unter folgendem Link geht es direkt zur App.

iBeacon – neue Wege im Unterricht?

Digitalität

iBeacon – neue Wege im Unterricht?

Im schulischen Alltag gibt es immer wieder zeitaufwendige Prozesse, welche dazu führen, dass wichtige Unterrichtszeit verloren geht. Dazu zählt beispielsweise die Kontrolle der Anwesenheit zu Beginn einer Unterrichtsstunde.

Diese Abläufe könnten jedoch mit Hilfe einer neuen Technologie optimiert werden. Es handelt sich dabei um die von Apple Inc. im Jahr 2013 eingeführte iBeacon (Beacon leitet sich vom englischen Begriff „Leuchtfeuer“ ab) Technik. Sie basiert auf der Funktechnik „Bluetooth Low Energy“ (BLE), welche eine Vernetzung von Geräten bei geringem Stromverbrauch ermöglicht. Unterstützt wird das Verfahren von iOS 7 und Android ab Version 4.3. Bei diesem Sender-Empfänger-Prinzip werden ein oder mehrere Sender (Beacons) im Raum als Signalgeber platziert. Diese senden in festen Zeitintervallen Signale aus. Befindet sich ein Empfänger (z.B. Smartphone oder Tablet) in Reichweite eines Senders kann z.B. seine Anwesenheit überprüft werden. Sind mehrere Beacons vorhanden, kann sogar die Position des Empfängers im Raum berechnet werden. In geschlossenen Räumen erreicht man somit eine höhere Genauigkeit als bei der GPS-Ortung. Die Reichweite der Technologie beträgt ca. 30 Meter. Über die Signalstärke ist eine Abstandsmessung möglich. Dabei erfolgt eine Einteilung in 4 Kategorien: Unknown (unbekannt), Immediate (bis 50 cm), Near (bis 2 m), Far (bis 30 m). In der Regel erfolgt kein bidirektionaler Datenaustausch zwischen Sender und Empfänger, wodurch keine persönlichen Daten gespeichert werden. Die Beacons senden lediglich permanent drei verschiedene Identifikationsnummern: die UUID (Universally Unique Identifier; z.B. die Schulkennung), „major“ (z.B. eine bestimmte Schule) und „minor“ (z.B. ein bestimmter Raum in der Schule). Um die Kennungen auswerten zu können, benötigt jedes Gerät eine entsprechende App. Die Apps unterscheiden sich je nach Anwendungsbereich. Neben der Schule könnte diese Technologie auch im Einzelhandel (Einblendung von Produktinformationen oder Sonderangeboten an Verkaufsstellen, gezielte Leitung durch die Geschäfte) oder in öffentlichen Einrichtungen, wie Museen, Ämter und Stadien (Lenkung der Besucherströme, z.B. in der MLB) zum Einsatz kommen.

Was kann die App „BeHere“ im Schulalltag leisten?

Mittels der App BeHere der US-Entwickler „Beelieve“ kann die Lehrkraft die Anwesenheit kontrollieren. Das Gerät der Lehrkraft wird durch die App zu einem Beacon. Die Geräte der SchülerInnen identifizieren sich anschließend gegenüber dem Sender. Voraussetzungen sind die Installation der App auf jedem Gerät und die Genehmigung der Zugriffsrechte, die Verbindung zu einem WLAN-Netz (für den Datenaustausch), die Aktivierung von Bluetooth und das Vorhandsein eines iPhones oder iPads. Hier besteht ein Problem der Technologie. Zwar geht der Trend bei jungen Menschen immer mehr Richtung Smartphone und Tablet, jedoch wird sich auch in naher Zukunft nicht jede Familie ein Gerät für jedes Kind leisten können. Somit ist die Anwendung dieses Verfahrens nur in Klassen möglich, in denen der Großteil der SchülerInnen ein solches besitzt. Zusätzlich benötigt jede Schule ein WLAN-Netz, in das sich alle Beteiligten einloggen können.

Des Weiteren können die SchülerInnen bei einzelnen Aufgaben Hilfe per Knopfdruck anfordern ohne die Lehrkraft direkt ansprechen zu müssen. Diese erhält eine Nachricht, welches Gerät bzw. welche Person eine Hilfestellung benötigt. Haben mehrere SchülerInnen gleichzeitig eine Frage wird eine entsprechende Warteliste erstellt. Dies könnte auch schüchterne SchülerInnen dazu anregen eigene Fragen zu klären und diese nicht ungelöst zu lassen. Man sollte jedoch nicht bei jeder Gelegenheit auf die neue Technologie zurückgreifen, da sonst angeregte Diskussionen zu bestimmten Themen nur noch selten geführt werden.

Beac Man

Welche Möglichkeiten könnten zukünftig realisiert werden?

Ein Datenaustausch ist im Unterricht eine sinnvolle Option. Die Lehrkraft kann Aufgabenblätter an die Geräte übermitteln und die SchülerInnen können mit der Bearbeitung beginnen. Dies bietet einen großen Vorteil. Innerhalb einer Klasse werden die Aufgaben unterschiedlich schnell bearbeitet. Somit können schnelle SchülerInnen weitere Aufgaben per Knopfdruck anfordern und langsamere werden nicht zusätzlich unter Druck bei der Bearbeitung gesetzt. Des Weiteren steht dem Lehrer mehr Zeit zur Verfügung auf die Bedürfnisse der einzelnen SchülerInnen einzugehen. So kann eine gezielte Förderung von eventuell vorhandenen Lernschwächen erreicht werden.

Die Schulleitung kann täglich wichtige Informationen bereitstellen. Somit können die SchülerInnen beim betreten der Schule auf die Vertretungspläne zugreifen oder generelle Informationen abrufen. Der Gang zum „schwarzen Brett“, ob real oder digital, entfällt somit. Falls es eine Raumänderung gibt, können die betroffenen SchülerInnen ebenfalls über die Beacons informiert und gleichzeitig zum entsprechenden Raum geführt werden. Für neue SchülerInnen verbessert sich somit die Orientierung in den Schulen.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass diese neue Technologie aus meiner Sicht viele innovative und prozess-vereinfachende Möglichkeiten im Schulalltag bietet. Jedoch bleibt abzuwarten wie die Umsetzung der Vorstellungen den realen Möglichkeiten an den einzelnen Schulen und in den einzelnen Klassen entspricht. Man sollte hier auch auf die entsprechenden Datenschutzrichtlinien achten, da die Speicherung von persönlichen Daten zu Problemen führen könnte. Da die App „BeHere“ von US-Entwicklern stammt, könnte dies weitere Fragen bezüglich der Datensicherheit aufwerfen, wenn man bedenkt, welche Tatsachen in den letzten Monaten ans Licht gekommen sind. Die Eltern der betroffenen Klassen sollten daher vorher ausführlich informiert werden und selbst entscheiden dürfen, ob Sie einer solchen Technologie im Unterricht nicht, teilweise oder voll zustimmen. Dadurch kann man im Vorfeld mögliche Probleme vorbeugen.

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In der digitalen Welt zu Hause, jedoch nicht den Bezug zur Realität verlierend. Immer auf der Suche nach dem Salz in der Suppe und ohne Furcht vor neuen, unvorstellbaren digitalen Erleuchtungen. Ob Pro-Gaming oder Sport auf dem Centre-Court, weniger als das Maximum zählt nicht. Zur Entspannung feinste House Music aus den Boxen, um anschließend wieder durch die Leitungen der vernetzten Welt zu schwirren. In diesem Sinne Boomshakalaka

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