Dank Technikunterstützung schneller Lesen

von Rolf Diederich — Gepostet in Bildung am 10. März 2014

Ob die Tagesmeldungen der Zeitung in der Bahn, ein Text aus dem Lehrbuch vor der Uni oder auch nur die E-Mails vor der Arbeit: heutzutage wollen und müssen wir uns oft durch viele Informationen durcharbeiten. Das Startup Unternehmen Spritz  aus Boston veröffentlicht nun eine Anwendung, welche den Leseprozess revolutionieren soll. Texte sollen im Vergleich zur normalen Lesegeschwindigkeit bis zu drei Mal schneller gelesen und verstanden werden.

Wie soll das funktionieren?

Der erwachsene Leser nimmt Wörter nicht prozessual, sondern als Ganzes wahr. Wir analysieren ein Wort ganzheitlich als das Konstrukt aller seiner Buchstaben. Danach wandern wir dann zum nächsten Wort. Jedes Wort besitzt einen optimal recognition point (ORP), d.h. einen Buchstaben, an dem es besonders schnell erkannt werden kann. Spritz erkennt diesen Buchstaben und markiert ihn rot. Die Wörter eines Textes werden nun schnell einzeln hintereinander eingeblendet, wobei sich der rote Buchstabe immer an der gleichen Stelle des Bildschirms befindet.
Beim herkömmlichen Lesen müssen wir durch Augenbewegungen das nächste Wort erkennen und vom Rest lostrennen, bevor es inhaltlich analysiert wird. Diese Augenbewegungen, die einen großen Teil der Lesezeit beanspruchen, fallen bei Spritz weg. Dadurch wird das Lesen enorm beschleunigt

Gleich beim ersten Test fällt auf, dass die Anwendung intuitiv und leicht verständlich erfolgt. Selbst ohne Eingewöhnung lassen sich Texte bereits mit 50% höherer Geschwindigkeit lesen. Nach kurzer Zeit steigert man sich auf das Doppelte des üblichen Lesetempos.  Die Entwickler werben sogar damit, dass man nach einiger Übung bis zu 1000 Wörter pro Minute erkennen kann. Das übliche Lesetempo entspricht gerade einmal einem Fünftel dessen.

Spritz Logo Fast Reading

Doch für welche Texte eignet sich Spritz?

Entscheidend für das Textverständnis ist die „Verdaulichkeit“ der im Text enthaltenen Informationen, d.h. wie leicht der Inhalt gespeichert werden kann. Einfache Texte, wie der Demo-Text von Spritz, sind auch noch unter einer hohen Geschwindigkeit verständlich, da sie nur einige Fakten und simple Sachverhalte vermitteln. Für die Buddenbrooks oder eine Doktorarbeit der Physik ist Spritz jedoch wohl kaum geeignet.

Diesen Anspruch erhebt Spritz allerdings auch nicht. Die Entwickler wollen Spritz nicht über eine App, sondern als Lizenzprodukt vertreiben, damit es direkt in andere Anwendungen eingebaut wird. Spritz-Erfinder Maik Maurer hält z.B. in einer Demo-Mail-App seinen Daumen auf eine E-Mail, woraufhin ein kleines Fenster erscheint, in dem der Inhalt der Mail mittels Spritz-Technologie dargestellt wird. In Zukunft soll man auch einen Ort innerhalb eines Kartendienstes anklicken können, um kompakt Informationen zu erhalten, ohne dass eine riesige Wand aus Text einen Teil der Karte verdeckt. Die Präsentation verschiedener Texte selbst auf kleinen Bildschirmen scheint ein großer Pluspunkt zu sein, da anstatt eines Textfeldes nun nicht mal mehr eine ganze Zeile zur Darstellung benötigt wird.

Fraglich ist momentan noch, ob und wie stark das Lesen mit Spritz die Augen noch zusätzlich zum Arbeiten am Bildschirm belastet. Zukünftige Tests müssen also noch zeigen, für welche Textarten Spritz in Frage kommt und wie komfortabel die langfristige Anwendung ist.

Aktuell wird Spritz für Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch und Russisch angeboten. Eine Unterstützung für die chinesische und die koreanische Zeichensprache befindet sich sogar schon in der Entwicklung. Dabei arbeitet es nicht mit einem Wörterbuch, um den ORP anzuzeigen, sondern mit einem sprachspezifischen Algorithmus, sodass auch unbekannte Wörter verarbeitet werden können.

Das kommende Samsung S5 und die Smartwatch Gear 2 von Samsung sollen die Spritz-Technologie bereits unterstützen. Man kann also gespannt auf die erste Anwendung sein, die Spritz autark integriert.

Unter folgendem Link kann man einen eigenen Eindruck gewinnen.

 

Dank Technikunterstützung schneller Lesen

Bildung

Spritz - Neue digitale Lesetechnik für Jedermann?

Ob die Tagesmeldungen der Zeitung in der Bahn, ein Text aus dem Lehrbuch vor der Uni oder auch nur die E-Mails vor der Arbeit: heutzutage wollen und müssen wir uns oft durch viele Informationen durcharbeiten. Das Startup Unternehmen Spritz  aus Boston veröffentlicht nun eine Anwendung, welche den Leseprozess revolutionieren soll. Texte sollen im Vergleich zur normalen Lesegeschwindigkeit bis zu drei Mal schneller gelesen und verstanden werden.

Wie soll das funktionieren?

Der erwachsene Leser nimmt Wörter nicht prozessual, sondern als Ganzes wahr. Wir analysieren ein Wort ganzheitlich als das Konstrukt aller seiner Buchstaben. Danach wandern wir dann zum nächsten Wort. Jedes Wort besitzt einen optimal recognition point (ORP), d.h. einen Buchstaben, an dem es besonders schnell erkannt werden kann. Spritz erkennt diesen Buchstaben und markiert ihn rot. Die Wörter eines Textes werden nun schnell einzeln hintereinander eingeblendet, wobei sich der rote Buchstabe immer an der gleichen Stelle des Bildschirms befindet.
Beim herkömmlichen Lesen müssen wir durch Augenbewegungen das nächste Wort erkennen und vom Rest lostrennen, bevor es inhaltlich analysiert wird. Diese Augenbewegungen, die einen großen Teil der Lesezeit beanspruchen, fallen bei Spritz weg. Dadurch wird das Lesen enorm beschleunigt

Gleich beim ersten Test fällt auf, dass die Anwendung intuitiv und leicht verständlich erfolgt. Selbst ohne Eingewöhnung lassen sich Texte bereits mit 50% höherer Geschwindigkeit lesen. Nach kurzer Zeit steigert man sich auf das Doppelte des üblichen Lesetempos.  Die Entwickler werben sogar damit, dass man nach einiger Übung bis zu 1000 Wörter pro Minute erkennen kann. Das übliche Lesetempo entspricht gerade einmal einem Fünftel dessen.

Spritz Logo Fast Reading

Doch für welche Texte eignet sich Spritz?

Entscheidend für das Textverständnis ist die „Verdaulichkeit“ der im Text enthaltenen Informationen, d.h. wie leicht der Inhalt gespeichert werden kann. Einfache Texte, wie der Demo-Text von Spritz, sind auch noch unter einer hohen Geschwindigkeit verständlich, da sie nur einige Fakten und simple Sachverhalte vermitteln. Für die Buddenbrooks oder eine Doktorarbeit der Physik ist Spritz jedoch wohl kaum geeignet.

Diesen Anspruch erhebt Spritz allerdings auch nicht. Die Entwickler wollen Spritz nicht über eine App, sondern als Lizenzprodukt vertreiben, damit es direkt in andere Anwendungen eingebaut wird. Spritz-Erfinder Maik Maurer hält z.B. in einer Demo-Mail-App seinen Daumen auf eine E-Mail, woraufhin ein kleines Fenster erscheint, in dem der Inhalt der Mail mittels Spritz-Technologie dargestellt wird. In Zukunft soll man auch einen Ort innerhalb eines Kartendienstes anklicken können, um kompakt Informationen zu erhalten, ohne dass eine riesige Wand aus Text einen Teil der Karte verdeckt. Die Präsentation verschiedener Texte selbst auf kleinen Bildschirmen scheint ein großer Pluspunkt zu sein, da anstatt eines Textfeldes nun nicht mal mehr eine ganze Zeile zur Darstellung benötigt wird.

Fraglich ist momentan noch, ob und wie stark das Lesen mit Spritz die Augen noch zusätzlich zum Arbeiten am Bildschirm belastet. Zukünftige Tests müssen also noch zeigen, für welche Textarten Spritz in Frage kommt und wie komfortabel die langfristige Anwendung ist.

Aktuell wird Spritz für Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch und Russisch angeboten. Eine Unterstützung für die chinesische und die koreanische Zeichensprache befindet sich sogar schon in der Entwicklung. Dabei arbeitet es nicht mit einem Wörterbuch, um den ORP anzuzeigen, sondern mit einem sprachspezifischen Algorithmus, sodass auch unbekannte Wörter verarbeitet werden können.

Das kommende Samsung S5 und die Smartwatch Gear 2 von Samsung sollen die Spritz-Technologie bereits unterstützen. Man kann also gespannt auf die erste Anwendung sein, die Spritz autark integriert.

Unter folgendem Link kann man einen eigenen Eindruck gewinnen.

 

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Wenn die morgendliche Müdigkeit dank des Schlürfens einer Mate überwunden wurde, vermag er es dank seines Psychologie-Studiums für fast jedes Problem der Kunden eine Lösung zu finden. Zwischendurch gilt es, in Sachen Pop-Culture auf dem Laufenden zu bleiben, dem Spott (oder Neid) gegen den Lieblingsverein zu trotzen und dann frei nach dem Motto „ist das Kunst oder kann das weg?“ im Blog den aktuellen Entwicklungen der neuen Medien hinsichtlich ihrer Tauglichkeit argwöhnisch auf den Zahn zu fühlen. Abends folgen auf die harten Worte des täglichen Trash-Talks auch Taten, indem die Kollegen bei einer Runde Fifa genüsslich in ihre Schranken verwiesen werden.

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