Wissensvermittlung in der Augmented Reality

von Rolf Diederich — Gepostet in AR am 11. April 2014

Augmented Reality im Schulbuch

Medien und Schulbücher verknüpfen, dies schien bereits in den letzten Jahren die Devise der Schulbuchverlage gewesen zu sein. Denn gerade die Jugend ist von neuen Medien begeistert und mit Begeisterung lernt es sich nachweislich am besten. Zunächst konnten Schüler spielerisch am Computer mit Lernsoftware Lerninhalte erforschen, später wurden Lernplattformen und Portale populärer. Doch da mittlerweile immer mehr Schüler über ein eigenes Smartphone verfügen, soll die Unterstützung für mobile Geräte nun auf neuen Wegen ausgebaut werden.

Der Diesterweg Verlag hat daher eine App veröffentlicht, mit der Zusatzmaterialien zum Schulbuch direkt über das Smartphone aufgerufen werden können. Sie heißt „Zoom – Schulbuch erleben“ und identifiziert mit Hilfe der Kamera des Smartphones oder Tablets die jeweilige Doppelseite des Schulbuches und bietet daraufhin Zusatzmaterialien an. Das besondere an dieser App ist die Einbindung einer AR-Technologie. Dies steht für „augmented reality“, zu Deutsch „erweiterte Realität“. Dadurch können animierte Grafiken und Videos durch einen simulierten dreidimensionalen Raum nahtlos in das Seitenlayout integriert werden.

Interessiert man sich also für digitale Inhalte seines Geschichtsbuches, öffnet sich innerhalb weniger Sekunden ein Video, indem Hintergrundwissen zur behandelten Epoche vermittelt wird. Ein anderer Schüler betrachtet eine Grafik zum Treibhauseffekt. Über sein Smartphone kann er dann auf eine animierte Version zugreifen. Zentral ist hierbei also, dass das Schulbuch als klassisches Medium nicht wegfällt, sondern mittels moderner Technik erweitert werden soll.

Doch wie gut funktioniert Zoom in der Praxis?

Im Test fällt zunächst positiv auf, dass die Buchseiten sehr schnell erkannt werden, selbst wenn diese auf dem Display noch unscharf erscheinen. Ein großer Pluspunkt für den Anwender ist auch die Unabhängigkeit von zusätzlichen Lernheften, CDs oder dem Computer, welche früher oft Voraussetzung für das Weiterlernen waren. Vor allem die Integration der Inhalte in dem simulierten dreidimensionalen Raum begeistert vom ersten Augenblick an. Die angebotenen Materialien umfassen momentan Videos, Hör-Texte, Vokabeln zum anhören, Spickzettel auf denen Schulstoff kurz und bündig erklärt werden und Lerntipps, welche die Lernleistungen optimieren sollen. Um diese bereitzustellen, wird keine Internetverbindung benötigt. Die Vorlage des Buches, in gedruckter oder elektronischer Form, ist für die App jedoch zwingend notwendig.

Zoom unterstützt bisher nur das Englischbuch Camden Market aus dem Haus des Diesterweg-Verlages zum Testen. Dafür lädt man sich die App Camden Market Zoom 2 aus dem App- bzw. Play-Store herunter. Obwohl die App bereits über 40MB groß ist, müssen nach dem Start noch mehrere Minuten lang weitere Inhalte geladen werden. Fraglich ist daher noch, wie platzraubend die Nutzung von verschiedenen Schulbüchern für die unterschiedlich bemessenen Speicher der Smartphones sein wird.

Wird sich Zoom durchsetzen können?

In der Praxis werden die Schüler also während des Unterrichts oder am Nachmittag bei den Hausaufgaben ihr Handy nutzen können, um ihr Schulbuch zu erweitern. Dies könnte in der Schule zu Problemen führen, denn hier herrscht während des Unterrichts meist ein Handyverbot. Alternativ könnte man diese Technologie auch auf Ausflügen zu Museen und Ausstellungen anstelle „altmodischer“ Audio-Guides einsetzen. Für den Einsatz am Nachmittag scheint Zoom jedoch sehr gut geeignet zu sein. Die intuitive Bedienung und der unkomplizierte Zugriff auf Zusatzmaterialien wird sicherlich viele Schüler dazu motivieren können, sich noch über die Pflichtaufgaben hinaus mit den Lehrinhalten zu beschäftigen.

In den ersten Tests müssen die Schüler nun noch zeigen, wie verantwortungsbewusst sie mit dem Privileg umgehen werden, ein Smartphone zum Lernen nutzen zu können.

Unter folgendem Link kann man einen eigenen Eindruck gewinnen von dem Produkt erhalten und die App testen: http://www.zoom-app.de/

 

(images are under cc licence; thank you to betulí for the supply)

Wissensvermittlung in der Augmented Reality

AR

Ein Buch namens Zoom - Augmented Reality im Schulbuch

Augmented Reality im Schulbuch

Medien und Schulbücher verknüpfen, dies schien bereits in den letzten Jahren die Devise der Schulbuchverlage gewesen zu sein. Denn gerade die Jugend ist von neuen Medien begeistert und mit Begeisterung lernt es sich nachweislich am besten. Zunächst konnten Schüler spielerisch am Computer mit Lernsoftware Lerninhalte erforschen, später wurden Lernplattformen und Portale populärer. Doch da mittlerweile immer mehr Schüler über ein eigenes Smartphone verfügen, soll die Unterstützung für mobile Geräte nun auf neuen Wegen ausgebaut werden.

Der Diesterweg Verlag hat daher eine App veröffentlicht, mit der Zusatzmaterialien zum Schulbuch direkt über das Smartphone aufgerufen werden können. Sie heißt „Zoom – Schulbuch erleben“ und identifiziert mit Hilfe der Kamera des Smartphones oder Tablets die jeweilige Doppelseite des Schulbuches und bietet daraufhin Zusatzmaterialien an. Das besondere an dieser App ist die Einbindung einer AR-Technologie. Dies steht für „augmented reality“, zu Deutsch „erweiterte Realität“. Dadurch können animierte Grafiken und Videos durch einen simulierten dreidimensionalen Raum nahtlos in das Seitenlayout integriert werden.

Interessiert man sich also für digitale Inhalte seines Geschichtsbuches, öffnet sich innerhalb weniger Sekunden ein Video, indem Hintergrundwissen zur behandelten Epoche vermittelt wird. Ein anderer Schüler betrachtet eine Grafik zum Treibhauseffekt. Über sein Smartphone kann er dann auf eine animierte Version zugreifen. Zentral ist hierbei also, dass das Schulbuch als klassisches Medium nicht wegfällt, sondern mittels moderner Technik erweitert werden soll.

Doch wie gut funktioniert Zoom in der Praxis?

Im Test fällt zunächst positiv auf, dass die Buchseiten sehr schnell erkannt werden, selbst wenn diese auf dem Display noch unscharf erscheinen. Ein großer Pluspunkt für den Anwender ist auch die Unabhängigkeit von zusätzlichen Lernheften, CDs oder dem Computer, welche früher oft Voraussetzung für das Weiterlernen waren. Vor allem die Integration der Inhalte in dem simulierten dreidimensionalen Raum begeistert vom ersten Augenblick an. Die angebotenen Materialien umfassen momentan Videos, Hör-Texte, Vokabeln zum anhören, Spickzettel auf denen Schulstoff kurz und bündig erklärt werden und Lerntipps, welche die Lernleistungen optimieren sollen. Um diese bereitzustellen, wird keine Internetverbindung benötigt. Die Vorlage des Buches, in gedruckter oder elektronischer Form, ist für die App jedoch zwingend notwendig.

Zoom unterstützt bisher nur das Englischbuch Camden Market aus dem Haus des Diesterweg-Verlages zum Testen. Dafür lädt man sich die App Camden Market Zoom 2 aus dem App- bzw. Play-Store herunter. Obwohl die App bereits über 40MB groß ist, müssen nach dem Start noch mehrere Minuten lang weitere Inhalte geladen werden. Fraglich ist daher noch, wie platzraubend die Nutzung von verschiedenen Schulbüchern für die unterschiedlich bemessenen Speicher der Smartphones sein wird.

Wird sich Zoom durchsetzen können?

In der Praxis werden die Schüler also während des Unterrichts oder am Nachmittag bei den Hausaufgaben ihr Handy nutzen können, um ihr Schulbuch zu erweitern. Dies könnte in der Schule zu Problemen führen, denn hier herrscht während des Unterrichts meist ein Handyverbot. Alternativ könnte man diese Technologie auch auf Ausflügen zu Museen und Ausstellungen anstelle „altmodischer“ Audio-Guides einsetzen. Für den Einsatz am Nachmittag scheint Zoom jedoch sehr gut geeignet zu sein. Die intuitive Bedienung und der unkomplizierte Zugriff auf Zusatzmaterialien wird sicherlich viele Schüler dazu motivieren können, sich noch über die Pflichtaufgaben hinaus mit den Lehrinhalten zu beschäftigen.

In den ersten Tests müssen die Schüler nun noch zeigen, wie verantwortungsbewusst sie mit dem Privileg umgehen werden, ein Smartphone zum Lernen nutzen zu können.

Unter folgendem Link kann man einen eigenen Eindruck gewinnen von dem Produkt erhalten und die App testen: http://www.zoom-app.de/

 

(images are under cc licence; thank you to betulí for the supply)

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Wenn die morgendliche Müdigkeit dank des Schlürfens einer Mate überwunden wurde, vermag er es dank seines Psychologie-Studiums für fast jedes Problem der Kunden eine Lösung zu finden. Zwischendurch gilt es, in Sachen Pop-Culture auf dem Laufenden zu bleiben, dem Spott (oder Neid) gegen den Lieblingsverein zu trotzen und dann frei nach dem Motto „ist das Kunst oder kann das weg?“ im Blog den aktuellen Entwicklungen der neuen Medien hinsichtlich ihrer Tauglichkeit argwöhnisch auf den Zahn zu fühlen. Abends folgen auf die harten Worte des täglichen Trash-Talks auch Taten, indem die Kollegen bei einer Runde Fifa genüsslich in ihre Schranken verwiesen werden.

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